Just-in-Time (JIT) ist eine der beiden tragenden Säulen des Toyota-Produktionssystems (TPS). Das Prinzip ist einfach, die Wirkung groß: Material und Informationen treffen genau dann ein, wenn sie gebraucht werden – in der richtigen Menge und Qualität, weder früher noch später. So sinken Bestände und Durchlaufzeiten, Engpässe werden sichtbar, der Fluss wird stabiler.
SAP Digital Manufacturing (SAP DM) übersetzt JIT in digitale, skalierbare Abläufe:
Ausgangslage
Eine Linie montiert täglich viele Varianten einer Baugruppe. Trotz hoher Sicherheitsbestände fehlen regelmäßig B-Teile, während A-Teile mehrfach vorhanden sind. Durchlaufzeiten schwanken, Liefertermine geraten unter Druck.
JIT-Design in SAP DM
Zuerst richtet das Team einen Supermarkt direkt an der Linie ein – je Material 2–3 definierte Umläufe in KLTs. Im POD wird eKanban aktiviert: Sobald der letzte Behälter an der Station angebrochen wird, scannt der Werker das Kanban-Etikett oder bestätigt am Touch-POD; SAP DM erzeugt automatisch den Nachschubauftrag. Die S/4HANA-Integration bucht Bestand und Transport, der Materialstatus wird in Echtzeit aktualisiert.
Parallel wird der Auftragsmix nivelliert (Heijunka): Varianten werden so sequenziert, dass Rüstaufwand und Materialwechsel gleichmäßig verteilt sind. KPIs zu WIP, OTIF und Bestandsumschlag laufen in einem Tagesboard zusammen.
Abweichungen lösen – nicht kaschieren
In der ersten Woche zeigt das Dashboard: B-Teile fehlen überproportional. Im Issue Resolution-Board wird ein Fall angelegt und nach 5-Why sauber analysiert:
Root Cause: Fehlender Standard für die Rückkopplung von Mix-Änderungen in die Kanban-Parameter.
Maßnahmen in SAP DM/S4: Kanban-Menge für B-Teile anpassen, Automatikregel für Parameter-Update nach Mix-Änderung einführen, POD-Hinweis „Mix geändert – Kanban prüfen“ aktivieren. Wirksamkeitsprüfung: 10 Tage KPI-Monitoring, danach Review.
Ergebnis nach 6 Wochen
WIP -28 %, Bestandsumschlag +22 %, Fehlteile -40 %, Durchlaufzeit -18 %. Die Linie liefert stabiler, Materialflüsse sind transparent, und Abweichungen werden strukturiert gelöst statt kompensiert.
JIT braucht Stabilität: klare Standards, verlässlichen Takt und Jidoka, damit Abweichungen sofort sichtbar werden. Lieferfähigkeit wird durch abgestimmte Umlaufmengen und Alternativpfade gesichert. Datenqualität ist zentral – reale Verbräuche, Lieferzeiten und Stücklisten müssen stimmen. Ohne SMED bleiben Lose zu groß; der Fluss stockt. Und: JIT ist kein Einmal-Projekt, sondern ein Regelkreis – Kanban-Mengen, Sequenzen und KPIs gehören regelmäßig auf den Prüfstand.
Mit SAP DM wird genau das einfacher: Daten laufen zusammen, Regeln greifen automatisiert, Abweichungen landen als Issue im Board und werden mit 5-Why/Ishikawa nachhaltig geschlossen.
Mit JIT sinken Durchlaufzeiten und WIP, Fehlteile werden früh sichtbar, OTIF steigt, und der Fluss wird robuster. Teams arbeiten näher am Bedarf, treffen Entscheidungen auf Basis transparenter Echtzeitdaten und verbessern Standards Schritt für Schritt – unterstützt durch SAP Digital Manufacturing.
Just-in-Time bringt Ordnung in den Materialfluss, macht Probleme sichtbar und schafft die Basis für stabile, schnelle Prozesse. SAP Digital Manufacturing liefert die digitale Infrastruktur, um JIT durchgängig und standortübergreifend zu betreiben – von eKanban und Heijunka bis zu KPIs und SAP DM Issue Resolution.
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