Bei ORAFOL in Oranienburg unterstützt die RecoStation der PI Informatik die Digitalisierung des Ersatzteilmanagements.
Die RecoStation erstellt hochauflösende Bilder und 3D-Modelle von Bauteilen und ermöglicht eine KI-basierte Wiedererkennung bereits erfasster Objekte. Dadurch lassen sich Ersatzteile innerhalb weniger Sekunden identifizieren – auch wenn Labels oder Typenschilder fehlen.
Das reduziert Suchzeiten, entlastet Mitarbeitende und verbessert die Datenqualität in SAP und im von der PI Informatik entwickelten System InstDN.
Im Ersatzteillager eines Industrieunternehmens entscheidet manchmal ein kleines Detail über den weiteren Ablauf eines Arbeitstages.
Ein ausgebautes Bauteil liegt auf der Werkbank.
Das Label fehlt.
Das Typenschild ist unleserlich.
Der Techniker weiß: Jetzt beginnt normalerweise die Suche.
Welche Artikelnummer gehört zu diesem Teil?
Sieht das Bauteil einem anderen bekannten Teil ähnlich?
Hat ein Kollege dieses Bauteil schon einmal gesehen?
Solche Situationen gehören in der industriellen Instandhaltung zum Alltag. Gerade in großen Produktionsunternehmen mit tausenden Ersatzteilen kann die eindeutige Identifikation einzelner Komponenten Zeit kosten.
Auch bei ORAFOL in Oranienburg, einem international tätigen Hersteller von Spezialfolien und industriellen Materialien, stellte sich diese Herausforderung immer wieder.
Heute reicht dort häufig ein einfacher Schritt:
Das Bauteil wird in die RecoStation gelegt – und wenige Sekunden später erkennt das System automatisch, um welchen Artikel es sich handelt.
Die ORAFOL Europe GmbH mit Hauptsitz in Oranienburg bei Berlin gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Spezialfolien, selbstklebenden Materialien und reflektierenden Produkten. Die Lösungen des Unternehmens kommen in zahlreichen Branchen zum Einsatz – unter anderem in der Verkehrs- und Sicherheitskennzeichnung, der Automobilindustrie, der Werbetechnik sowie in unterschiedlichsten industriellen Anwendungen.
Mit mehreren Produktionsstandorten und Vertriebsgesellschaften auf verschiedenen Kontinenten beschäftigt ORAFOL weltweit mehrere tausend Mitarbeitende. Die Produkte des Unternehmens werden international vertrieben und sind in vielen Märkten technologisch führend.
Am Standort Oranienburg befinden sich umfangreiche Produktionsanlagen, hochautomatisierte Fertigungsprozesse sowie komplexe technische Infrastrukturen. Eine leistungsfähige Instandhaltung ist daher entscheidend für einen zuverlässigen Produktionsbetrieb.
Allein im von der PI Informatik entwickelten System InstDN, das als zentrale Plattform für Ersatzteildaten dient und gleichzeitig als Schnittstelle zwischen SAP und weiteren Anwendungen fungiert, sind derzeit rund 27.000 verschiedene Artikel hinterlegt. Die Anzahl der Artikel wird künftig weiter steigen, da neue Ersatzteile direkt im SAP angelegt werden.
Die Herausforderung liegt auf der Hand:
Eine so große Anzahl technischer Komponenten muss im Bedarfsfall schnell, eindeutig und zuverlässig identifiziert werden können.
Früher verlief die Suche nach Ersatzteilen häufig nach einem ähnlichen Muster.
Ein Techniker brachte ein Bauteil aus einer Maschine mit und versuchte anschließend, dieses im System zu finden. Vielleicht erinnerte er sich an einen ähnlichen Artikel. Vielleicht half eine Stichwortsuche. Manchmal wurden auch Kolleginnen und Kollegen aus dem Lager oder aus der Technik um Unterstützung gebeten.
Insbesondere ähnliche Artikel waren nur schwer voneinander zu unterscheiden. Die Identifikation erfolgte meist über Bezeichnungen, Labels oder Typenschilder.
Doch genau hier lag eine zentrale Herausforderung:
In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass Bauteile ohne Label oder Typenschild vorliegen – etwa wenn sie aus Maschinen ausgebaut wurden oder bereits länger im Umlauf sind. Selbst erfahrene Mitarbeitende können solche Teile dann oft nur mit größerem Aufwand eindeutig zuordnen.
Die Realität in vielen industriellen Ersatzteillagern ist deshalb häufig geprägt von Erfahrungswissen, Recherche und Abstimmung im Team.
Genau hier setzt eine Technologie an, die die PI Informatik bereits zuvor entwickelt hat: die RecoStation.
Die RecoStation wurde von der PI Informatik entwickelt, um physische Objekte digital zu erfassen und eindeutig identifizierbar zu machen.
Bei jedem Scan erstellt die Station hochauflösende Bilder und dreidimensionale Modelle
Die zentrale Innovation der RecoStation ist ihre KI-basierte Wiedererkennung.
Wurde ein Bauteil einmal gescannt, kann es später erneut in die Station gelegt werden. Die RecoStation erkennt das Objekt anhand seiner Geometrie automatisch wieder.
Der gesamte Vorgang dauert nur wenige Sekunden.
Bereits erfasste Bauteile können innerhalb von etwa 15 bis 20 Sekunden eindeutig identifiziert werden.
Was früher mehrere Minuten dauern konnte, geschieht heute nahezu unmittelbar.
Die Einführung der RecoStation bei ORAFOL war jedoch nicht einfach ein „Plug-and-play“-Projekt.
Wie bei vielen technologischen Innovationen zeigt sich erst im praktischen Einsatz, welche Anpassungen notwendig sind, um die Lösung optimal an die realen Anforderungen anzupassen.
Während der ersten Testphase stellte sich beispielsweise heraus, dass die ursprünglich eingesetzten Tiefenkameras nicht die gewünschten Ergebnisse bei der Erstellung der 3D-Modelle lieferten.
Daraufhin entschied sich die PI Informatik, die Kameratechnik zu wechseln.
Weitere Tests – sowohl bei ORAFOL als auch am Testaufbau bei der PI Informatik – führten anschließend zu einer weiteren wichtigen Erkenntnis: Für optimale Scanergebnisse musste auch die Konstruktion der RecoStation angepasst werden.
Die neuen Kameras benötigten mehr Abstand zum Objekt.
Die Konsequenz: Die RecoStation wurde entsprechend vergrößert und technisch umgebaut, während parallel weitere Tests zur Verbesserung der Scanqualität durchgeführt wurden.
Diese Phase zeigt eindrucksvoll, was erfolgreiche Innovationsarbeit ausmacht:
technische Präzision, Ausdauer und konsequente Lösungsorientierung.
Statt sich mit mittelmäßigen Ergebnissen zufriedenzugeben, arbeitete das Team der PI Informatik so lange weiter, bis die Lösung zuverlässig und in der gewünschten Qualität eingesetzt werden konnte.
Im Februar 2026 konnte der Scanbetrieb schließlich erfolgreich neu gestartet werden.
Heute zeigt sich der Nutzen der RecoStation genau dort, wo er zählt: im Arbeitsalltag.
Wenn ein Bauteil aus einer Maschine ausgebaut wird und nicht sofort eindeutig zugeordnet werden kann, musste früher häufig zunächst recherchiert werden – etwa über Stichwortsuchen im System oder durch Rückfragen bei Kolleginnen und Kollegen.
Mit der RecoStation lässt sich dieser Prozess deutlich vereinfachen.
Das Bauteil wird in die Station gelegt.
Die Kameras erfassen Geometrie und Bilddaten.
Die Software gleicht das Objekt mit den bereits erfassten Daten ab.
Wenige Sekunden später erscheint der passende Artikel.
Für viele Mitarbeitende bedeutet das eine spürbare Erleichterung im Arbeitsalltag:
Die Identifikation von Ersatzteilen wird schneller, zuverlässiger und unabhängig von vorhandenen Labels oder Typenschildern.
Die RecoStation ist dabei weit mehr als nur eine technische Innovation.
Sie ist Teil einer umfassenden Digitalisierung des Ersatzteilmanagements bei ORAFOL.
Mit InstDN, der von der PI Informatik entwickelten Anwendung zur Strukturierung und Normierung von Ersatzteildaten, wurden zunächst sämtliche Artikel systematisch klassifiziert.
Jeder Artikel gehört heute zu einer Klasse – beispielsweise Dichtungen – und besitzt definierte Merkmale wie Werkstoff, Größe oder Bauform.
Diese Struktur ermöglicht eine gezielte Suche nach Eigenschaften.
Die RecoStation ergänzt diese Daten nun um visuelle Informationen und 3D-Modelle.
So entsteht Schritt für Schritt eine digitale Abbildung der physischen Ersatzteile.
Das Ergebnis:
Denn jede eingesparte Minute bei der Ersatzteilsuche steigert die Effizienz der Instandhaltung und reduziert potenzielle Stillstandszeiten.
Die Einführung der RecoStation ist bei ORAFOL ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer stärker digitalisierten Instandhaltung.
Als nächstes ist eine mobile Anwendung auf Tablets geplant. Damit können Mitarbeitende künftig direkt im Lager auf die Daten aus SAP und InstDN zugreifen.
Die Anwendung soll unter anderem ermöglichen:
Damit werden die digitalen Informationen aus der RecoStation künftig noch flexibler nutzbar sein.
Die Einführung der RecoStation bei ORAFOL zeigt, wie moderne Digitalisierung in der Industrie funktionieren kann.
Nicht als theoretisches Konzept, sondern als praktische Lösung für reale Herausforderungen im Arbeitsalltag.
Die von der PI Informatik entwickelte Technologie erleichtert Mitarbeitenden die tägliche Arbeit, schafft Transparenz in komplexen Ersatzteildaten und trägt dazu bei, Prozesse effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten.
Die RecoStation ist damit mehr als nur eine Maschine.
Sie ist ein Beispiel dafür, wie Innovation im industriellen Umfeld greifbar wird.
Für Techniker.
Für Lagermitarbeitende.
Und für Unternehmen, die ihre Prozesse intelligent digitalisieren wollen.
Möchten auch Sie Ihr Ersatzteilmanagement effizienter gestalten und Bauteile schneller identifizieren?
Wir zeigen Ihnen gerne, wie die RecoStation in Ihre bestehende Systemlandschaft integriert werden kann – von der ersten Live-Demonstration bis zum produktiven Einsatz.