Moorschutz

Moorschutz-Projekt Niederoderbruch und Unteres Finowtal

Moorschutz statt Geschenke

Auch in diesem Jahr verschenken wir zum Jahresende keine Geschenke an unsere Geschäftspartner, sondern leisten erneut einen Beitrag für den Klimaschutz. Wir spenden für ein Moorschutz-Projekt in Brandenburg: Das Naturschutzgroßprojekt „Niederoderbruch und Unteres Finowtal“.

Dieses Moorschutz-Projekt zielt darauf ab, ein neues Naturschutzgroßprojekt im Niederoderbruch und Unteren Finowtal im Nordosten Brandenburgs umzusetzen, um die Moorlandschaft zu regenerieren und die Artenvielfalt zu fördern. Aber der Reihe nach.

Warum ist der Moorschutz so wichtig?

Der Moorschutz ist wichtig, weil Moore:

  • Klimaschutz leisten: Moore speichern riesige Mengen an Kohlenstoff und vermeiden so hohe CO2-Emissionen. Die Entwässerung von Mooren beschleunigt den Klimawandel und führt zu Bodensackungen.
  • Artenvielfalt fördern: Moore sind Lebensraum für viele seltene und schützenswerte Tier- und Pflanzenarten, die an die Feuchtgebiete angepasst sind. Die Vernässung von Mooren verbessert die Lebensbedingungen für diese Arten.
  • Wasserhaushalt regulieren: Moore nehmen Regenwasser wie ein Schwamm auf und speichern es. Sie schützen vor Überschwemmungen und Dürren und halten das Wasser in der Landschaft.
  • Ökosystemdienstleistungen erbringen: Moore bieten weitere Funktionen wie Nährstoffretention, Lebensraumfunktion und Erholungswert. Sie bereichern das Landschaftsbild mit ihren einzigartigen Lebensgemeinschaften.

Moore sind also wichtige Ökosysteme, die eine Vielzahl von Funktionen erfüllen. Sie sind die effektivsten Kohlenstoffspeicher innerhalb der Landökosysteme und erfüllen damit auch eine wichtige Klimaschutzfunktion für den Menschen.

Doch leider sind die meisten Moore in Deutschland in einem schlechten Zustand. Durch jahrhundertelange Entwässerung und intensive Landnutzung haben sie ihre natürliche Funktion verloren und sind zu Quellen von Treibhausgasen geworden. Um diese Entwicklung umzukehren und die Moore wieder zu vernässen, sind gezielte Naturschutzmaßnahmen notwendig. 

Wie ein neues Moorschutz-Projekt die Moorlandschaft im Nordosten Brandenburgs retten will

Moorschutz direkt vor der Haustür

Ein solches Vorhaben ist das geplante Naturschutzgroßprojekt „Niederoderbruch und Unteres Finowtal“ im Nordosten Brandenburgs, das vom Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, dem WWF Deutschland und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe umgesetzt werden soll.
Das Projektgebiet umfasst eine Fläche von 7.089 ha und gehört zu den größten Moorlandschaften im Land Brandenburg. Es liegt im Südosten des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin und ist überwiegend als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen. Es handelt sich um eine Niederungslandschaft, die durch den Oderdurchstich im 18. Jahrhundert und die Melioration in den 1970er Jahren hydrologisch verändert und entwässert wurde. Also ein Eingriff in die Natur mit schlimmen Folgen.

Heute wird die Niederung landwirtschaftlich überwiegend als Grünland für die Mutterkuhhaltung genutzt. Die jährlichen Emissionen aus den Moorböden betragen ca. 30.000 Tonnen CO2-Äquivalente. Das Gebiet besitzt ein sehr hohes Potenzial für die Anhebung der Wasserstände, die ökologische Aufwertung von Feuchtbiotopen, die Vernetzung von Fließgewässern und die Entwicklung von Steppenrasen.

Die Projektbausteine für den Moorschutz

Die Grundidee des Projekts ist die gezielte Anhebung der Wasserstände in der Niederung zur bestmöglichen Renaturierung von Niedermoor- und Auenlebensräumen. Eine landwirtschaftliche Nutzung soll in weiten Teilen erhalten bleiben und in eine standortangepasste Nutzung feuchten bis nassen Niedermoorgrünlandes übergehen. In einem transparenten Kommunikationsprozess sollen hierfür betriebsspezifische Bewirtschaftungsformen entwickelt werden. Dieser Ansatz soll für Brandenburg beispielhaft sein und spielt vor dem Hintergrund der Verpflichtungen zur Klimaneutralität eine große Rolle.
Das Projekt besteht aus vier Projektbausteinen, die sich auf verschiedene Teilräume und Lebensräume beziehen.

  • Der erste Projektbaustein für den Moorschutz umfasst Maßnahmen im Niederoderbruch, insbesondere die Umgestaltung des Lieper Polders, der derzeit das größte Entwässerungsgebiet darstellt. Durch den Bau von Stauanlagen und die Schließung von Gräben soll der Wasserstand im Polder angehoben und eine großflächige Vernässung erreicht werden. Dadurch sollen die Moorböden regeneriert, die CO2-Emissionen reduziert und die Lebensbedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten verbessert werden. Der Lebensraum für Arten, wie z.B. den Steinbeißer, den Bitterling, den Eisvogel und den Fischotter, werden durch die geplanten Maßnahmen aufgewertet. Die Akzeptanz und Beteiligung der Landwirte soll durch eine angemessene Entschädigung und Beratung gesichert werden.
  • Der zweite Projektbaustein bezieht sich auf das Untere Finowtal, das durch artenreiche Pfeifengraswiesen und Auenwälder gekennzeichnet ist. Auch hier sollen die Wasserstände durch den Bau von Stauanlagen und die Schließung von Gräben erhöht werden, um die Feuchtgebiete zu erhalten und zu entwickeln. Die landwirtschaftliche Nutzung soll auf eine späte Mahd mit Abfuhr des Mähguts umgestellt werden, um die Artenvielfalt zu fördern. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Schutz und der Förderung seltener Arten wie dem Großen Feuerfalter, dem Sumpf-Stendelwurz und dem Seggenrohrsänger.
  • Der dritte Projektbaustein zielt auf die Sanierung der Fließe der Barnim-Hochfläche ab, die von der Quelle bis zur Mündung in die Finow naturnah gestaltet werden sollen. In diesem Teil geht es vorrangig um den Aufbruch von Verrohrungen und die Erhöhung des Wasserrückhalts in den Hochflächen durch stellenweises Anstauen der Fließe und die Wiederherstellung eines natürlichen Laufs.
  • Der vierte Projektbaustein widmet sich der Entwicklung von Steppenrasen auf den Randhängen der Niederung, die zu den wertvollsten Trockenrasenbiotopen im Biosphärenreservat gehören. Durch die Entfernung von Gehölzen und die Anlage von Schafweiden soll die Offenhaltung und die Artenvielfalt der Trockenrasen gesichert werden. Besondere Bedeutung haben hier Arten wie der Wiedehopf, der Kreuzdorn-Zipfelfalter, die Italienische Schönschrecke und die Gold-Aster.

Das Projekt hat eine Laufzeit von 13 Jahren. Die Trägerschaft liegt beim WWF Deutschland. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe sind Projektpartner.

Heimische Tiere in der Moorlandschaft Niederoderbruch und Unteres Finowtal

Unsere Verantwortung für den Moorschutz

Was wir für den Moorschutz tun können

Das Moorschutz-Projekt „Niederoderbruch und Unteres Finowtal“ steht stellvertretend für alle mittelgroßen Niedermoore der Norddeutschen Tiefebene, welche insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts intensiv entwässert wurden. In Bezug auf die Zielsetzung für Moorlandlandschaften ist gesellschaftlich ein Paradigmenwechsel eingetreten: Was noch in den 1960er und 1970er Jahren im Rahmen der Komplexmelioration wichtig und richtig erschien, nämlich die Gewinnung von landwirtschaftlicher Nutzfläche aus Niedermooren, hat sich aus heutiger Sicht und in Anbetracht der Gefährdung der Artenvielfalt, des Klimawandels und der Stoffkreisläufe als problematisch erwiesen. Es besteht insgesamt die gesellschaftliche Verantwortung, die gefährdeten Moorböden wieder zu vernässen und die Ökosystemdienstleistungen von Mooren zu reaktivieren.

Der WWF, der einen Teil des Projektes finanziert, ist auf Spendengelder angewiesen. Wenn auch Du Dich am Moorschutz beteiligen möchtest oder noch Fragen hierzu hast, komme gerne auf uns zu.

Zum Schluss noch ein Tipp, wie jeder sofort einen kleinen Beitrag zum Moorschutz leisten kann: Achte beim nächsten Kauf von Pflanzenerde darauf, dass die Erde torffrei ist.

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Alle Quellen zum Nachlesen

Wow, dieser Beitrag über den Moorschutz ist echt gut!

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