Was ist eine SAP-Systemkopie?

SAP-Systemkopie

kurz und knapp

Der Begriff „Systemkopie“ beschreibt den Vorgang der Erstellung der Kopie eines SAP-Systems auf einem neuen Server. Dabei gibt es zwei zu unterscheidende Arten: die homogene und die heterogene Systemkopie und man kann auf verschiedenen Wegen zur Systemkopie gelangen.

Zweck der SAP-Systemkopie

Wozu kopiert man ein komplettes SAP-System? – Nun, da gibt es verschiedene Gründe.

  • Test- und Entwicklungssystem: Nachdem ein neues Produktivsystem aufgesetzt wurde, wird mindestens noch ein identisches Entwicklungssystem oder sogar noch ein Testsystem benötigt. Damit man das Customizing (Einstellungen und Konfigurationen der SAP-Module und Geschäftsprozesse) nicht auf diesen Systemen wiederholen muss, bietet sich eine Kopie förmlich an. Das ist eindeutig der schnellere Weg zum Ziel!
  • SAP-Upgrade: Vor einem sehr umfangreichen SAP-Upgrade möchte man den Durchlauf vielleicht einmal testen und auftretende Fehler analysieren, vor allem dann, wenn das Entwicklungs- und das Testsystem nicht zu lange ausfallen dürfen. Dann tut man dies am besten auf einer Systemkopie.
  • S/4HANA-Migration: Die Migration nach S/4HANA erfolgt immer über eine SAP-Systemkopie, wenn man nicht auf einem „Greenfield“ neu beginnt.

Arten der SAP-Systemkopie

  • Homogene Systemkopie: Bei dieser Art der Kopie sind Betriebssystem und Datenbank auf dem Zielsystem dieselben wie auf dem Quellsystem. Also Windows bleibt Windows und Linux bleibt Linux. Und läuft auf dem Quellsystem die SAPHana-Datenbank, kommt sie auch auf dem Zielsystem wieder zur Anwendung.
  • Heterogene Systemkopie: Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, unterscheiden sich Betriebssystem und / oder Datenbank auf Quell- und Zielsystem. Man nimmt also im Rahmen der Kopie einen Plattformwechsel vor. Diese Vorgehensweise gewinnt gerade an Aktualität, denn sie wird für die Migration von SAP ERP nach S/4HANA benötigt. Läuft das aktuelle System unter dem Windows Server und dem SQL-Server oder Oracle, so müssen das auf dem Zielsystem jetzt Linux und SAP-Hana sein.

Wege der SAP-Systemkopie: Export / Import

„Ich mache in Export-Import!“? – Nein, so ist das nicht gemeint. Erstens bin ich SAP-Basis-Administrator und zweitens ist hier gar nicht die Berufsbezeichnung gemeint!

Für eine heterogene Systemkopie und für homogene Systemkopien, für die es keinen Sonderweg für die verwendete Datenbank gibt, muss das Quellsystem exportiert werden. Das geschieht mit SAP-Tools (SUM). Die Export-Dateien werden auf das vorbereitete Zielsystem kopiert und während der SAP-Installation mit dem SUM wieder importiert. Ein relativ komfortabler Weg. Aber es geht noch komfortabler:

  • Datenbank: Für einige Datenbanken (MS SQL Server) gibt es die Möglichkeit, die Datenbankdateien zu kopieren und auf dem Zielsystem wieder anzuhängen. Bei der darauffolgenden SAP-Installation muss man nur angeben, dass keine SAP-Loads verwendet werden sollen, sondern dass die Datenbank schon da ist!
  • Backup / Restore: Darf das Quellsystem nicht ausfallen, um z.B. die Datenbankdateien zu kopieren, kann man ein Online-Backup der Datenbank erstellen, die Backup-Dateien auf den neuen Server kopieren und ein Restore durchführen, bevor man die SAP-Installation über die vorhandene Datenbank durchführt.

Umfang der SAP-Systemkopie

Eine SAP-Systemkopie ist nicht in einer Stunde erledigt. Aufgrund der großen Datenmengen eines SAP-Systems können hohe Laufzeiten der einzelnen Schritte entstehen.

Der Export und der Import laufen nicht immer gleich fehlerfrei ab. Oft wird man durch Fehlersuche und –behebung aufgehalten.

Das Zielsystem muss natürlich erst vorbereitet werden, bevor die eigentliche Kopie durchgeführt werden kann: Einrichtung des Servers, Installation des Betriebssystems und der Datenbanksoftware, Herunterladen und Kopieren der Installationsmedien…

Während des Exports kann das Quellsystem nicht genutzt werden.

Deshalb muss diese Aufgabe gut und frühzeitig geplant werden.

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