Was ist eine Query Language?

Sag’s deiner Datenbank mit Ihrer Query Language

Query Language kurz und knapp erklärt

Eine Query Language, zu Deutsch Abfragesprache, bezeichnet in der Softwareentwicklung eine Programmiersprache, die eigens für das Arbeiten (Abfragen) mit Datenbeständen bzw. Datenbanken entwickelt wurde. Genauer gesagt handelt es sich um sogenannte Skript-Sprachen, da diese nicht zum Entwickeln großer Anwendungen gedacht sind – was leider so manchen/-er Softwareentwickler/-in nicht davon abhält, entgegen allen Ratschlägen dies doch zu tun. In vielen Datenbankanwendungen wäre das reine Abfragen, also das Lesen von Daten, allerdings funktional etwas mau. Deshalb bieten Abfragesprachen, wie SQL, darüber hinaus alles an, was es braucht, damit eine Datenbank auch wirklich zu etwas gebrauchen ist: 

  • DDL (Data Definition Language): Bevor man in der Softwareentwicklung überhaupt mit Daten arbeiten kann, muss deren Struktur klar sein. Mit der DDL erstellen, ändern und löschen Sie Datenbanken, Tabellen und sogenannte Views.
  • DML (Data Manipulation Language): Hierzu gehört das klassische Abfragen, das Einfügen, Aktualisieren und Löschen von Datensätzen.
  • DCL (Data Control Language): Wäre ja zu schön, wenn jeder Hans Wurst auf Ihre Informationen zugreifen dürfte. Für die Steuerung des Zugriffs, z.B. eines Nutzer-Accounts auf Datenbank-Strukturen, gibt es die DCL.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Programmiersprachen sind Abfragesprachen auch für Nutzung durch technisch versierte Fachanwender, z.B. Ingenieure oder Finanzanalysten, geeignet – das ist zumindest die weitläufige Meinung. Fakt ist jedenfalls, dass Abfragesprachen bei keiner modernen Datenbank fehlen dürfen und heutzutage aus der Softwareentwicklung nicht mehr wegzudenken sind.

Jedem Datenbank-Tierchen sein Abfragesprachen-Pläsierchen

Die verschiedenen Query Language-Arten

Eine der bekanntesten Datenbank-Abfragesprachen ist sicherlich SQL, was für Structured Query Language steht – jedenfalls seitdem IBM bemerkt hat, dass der ursprüngliche Name SEQUEL (so wird SQL immer noch ausgesprochen) schon für eine Rakete von Hawker Siddeley vergeben war. Das hat allerdings die Abfragesprache nicht an ihrem Siegeszug in der Industrie gehindert. Was sich unter anderem am ISO/IEC 9075-Standard für SQL zeigt. Wie immer gibt es aber Leute, die es besser wissen. Deshalb hat jeder Datenbank-Hersteller auch seinen eigenen SQL-Dialekt entwickelt: 

  • T-SQL (Transact-SQL) von Microsoft
  • PL/SQL (Procedural Language/Structured Query Language) von Oracle
  • MySQL Language von MySQL AB (heute Oracle)
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Über SQL hinaus gibt es aber je nach Software-Hersteller noch eine ganze Reihe von anderen Abfragesprachen: 

  • MQL (MongoDB Query Language): Die Abfragesprache der berühmten dokumentenorientierten NoSQL-Datenbank
  • DAX (Data Analysis Expressions): Wenn Ihnen die grafische Modellierung Ihrer Daten in Excel Power Pivot oder Power BI nicht reichen, gibt’s alles auch als Code in Form von DAX.
  • Flux und InfluxQL: Die Abfragesprachen der bekannten Zeitreihen-Datenbank InfluxDB

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